philosophie:

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Er begegnet einem jeden Tag: der Konsumwahnsinn, den unser vorherrschendes Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell mit sich bringt. Beim Einkauf erfüllen wir uns selbst Wünsche. Gleichzeitig stumpfen wir immer mehr ab, denn mit jedem Kauf muss es etwas mehr oder etwas Besseres sein, damit das Glücksgefühl nicht nachlässt. Durch die Art unseres Konsums zeigen wir anderen, wer wir sind und stehen gleichzeitig in ständigem Wettbewerb, machen uns Stress. Mit dem Kauf von Produkten fördern wir das scheinbar lebensnotwendige Wirtschaftswachstum und produzieren gleichzeitig eine ungeheure Ressourcenverschwendung. Würden alle so leben wie wir, würden wir die Ressourcen von mehreren Erden im Jahr verbrauchen. Es ist also absolut überlebenswichtig, daran etwas zu ändern!

Und es tut sich ja auch viel: In einigen Jahren werden wir alle mit Elektroautos fahren und somit bei jedem Kilometer die Welt ein bisschen grüner machen. In der Tat sind Elektroautos in der Endbilanz ökologischer als ein Benziner oder Dieselfahrzeug. Aber die endlichen Ressourcen unserer Erde schützen sie nicht. Im Gegenteil! Wenn jede und jeder weiterhin ein eigenes Auto haben will, wird das Problem nur verschoben: Von dem Ausstoß klima- und gesundheitsschädlicher Gase hier bei uns hin zu gewaltigen Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen in den Minen dieser Welt, wo alle die Rohstoffe für die Batterieproduktion unter schlimmsten Bedingungen abgebaut werden. Und woher soll der ganze (grüne!) Strom kommen? Aktuell liegt der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch in Deutschland bei 14 % (Umweltbundesamt). Das Ziel, in absehbarer Zeit vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen (oder zumindest einen Anteil von 50 % und mehr zu erreichen), erscheint bei dem aktuellen Energiehunger, zuzüglich Millionen von zu ladenden Autobatterien, unerreichbar. Eine Lösung wäre es, die Vorteile der neuen Technologien mit neuen Nutzungsmodellen zu verbinden. Im Großen (Verkehr) wie im Kleinen: Waren, die zu Hause ungenutzt herumliegen, in einen Tauschkreislauf zu bringen, oder Produkte wie ein Zelt oder eine Maschine, die wir nur selten brauchen, nicht mehr zu kaufen, sondern zu leihen. Oder defekte Artikel reparieren zu lassen, anstatt sie zu entsorgen. Alles Dinge, die der Umwelt und dem eigenen Geldbeutel gleichermaßen zugutekommen würden.

Wir, die Menschen in den sog. „entwickelten“ Ländern, haben einen Überfluss erreicht, der aus unserer Sicht nicht nur die Erde zerstört, sondern auch ungesund ist. Er produziert Stress (mehr arbeiten, um mehr zu kaufen), er produziert Alleinsein (alle Produkte selber besitzen) und er produziert eine Abstumpfung (nichts ist mehr besonders, wenn alles immer verfügbar ist). Es ist daher an der Zeit, neue Wege zu gehen, neue Ideen auszuprobieren und zu erleben, dass es auch anders funktioniert! Das Zukunftshaus ist ein Öffner für solche Wege und hat daher einen Doppelpunkt am Wortende „zukunftshaus:“